E-Bikes in der Forschung: Empirie

Vieles wird gesprochen und gemutmaßt über die Potenziale von E-Rädern – ersetzen sie Autowege oder sind sie vor allem Fahrrad-Ersatz? Welche Wege werden mit dem Rad gemacht und sind die Leute damit zufrieden?

Da der Trend nun schon eine ganze Weile anhält, gibt es erste empirische Studien oder Umfragen, die sich solchen Fragen annehmen. Drei davon werden hier kurz vorgestellt und deren Ergebnisse verlinkt – über weitere Studien und Kommentare zu diesen hier freuen wir uns!

Bike and Business 2.0

Auswertung des Bike and Business Projekts in Rhein Main (Link öffnet ein pdf)

Insgesamt wurden 151 Pedelecs an 10 Stellen ausgeliehen, die Räder wurden Angestellten zur Verfügung gestellt und sollten für den beruflichen Alltag aber auch privat eingesetzt werden. Der Bericht zeigt, dass in der Projektphase gut ein Fünftel aller Wege per Pedelec gemacht wurde – hauptsächlich geschäftlich. Ziemlich genau die Hälfte der gemachten Wege waren laut Umfrage über 5 Kilometer weit und damit länger als die klassischen Fahrrad-Distanzen.

Aus dem Resumé zum Potential von E-Rädern:

“Insgesamt hat sich gezeigt, dass Pede­lecs bei den Nutzenden auf großen Zu­spruch stoßenund für Arbeitgeber eine neue Option im Fuhrparkmanagementmit positiven Effektenbieten. Die Ein­führung sowohl im Markt als auch inden Unternehmen und Kommunen ist jedoch kein Selbstläufer, sondern sollte über die Anschaffung der Fahrzeugehinaus auch mit Ressourcen für Orga­nisation und Infrastruktur ausgestattet sein. Unternehmen und Kommunen kommt hier eine wichtige Katalysator­funktion zu, sowohl in Bezug auf die In­nenwirkung bei den Mitarbeiter/innen als auch – vor allem bei den Kommunen– bei ihrer Außenwirkung, wenn dieseals Vorreiter und Vorbilder ein neues Mobilitätskonzept im Alltag sichtbar machen.

VCD Besser E-Radkaufen

Bei der Nutzerumfrage des VCD Projekts “Besser E-Radkaufen” wurden insgesamt 506 Fragebögen zur Nutzung und zur Zufriedenheit mit E-Rädern ausgewertet. Dazu flossen noch die Auswertung von knapp 5000 E-Rad Typentests mit ein.

Die Umfrage kommt zu dem Ergebnis, dass E-Räder mehr als alles andere als Ersatz für Autos genutzt werden – so gaben 74 Prozent an, unter anderem das Auto zu ersetzen, bei 21 Prozent waren es sogar ausschließlich Autowege. Über 70 Prozent der Befragten fahren regelmäßig über 10 Kilometer mit dem E-Rad, sehr häufig für Radtouren oder für den Weg zur Arbeit. Erstaunlich war die hohe Zufriedenheit mit den Fahrzeugen: 74 Prozent würden sich dasselbe Rad wieder kaufen, 25 ein anderes und nur 1 Prozent der Befragten würde sich nicht wieder ein E-Rad kaufen.

VCD Nutzerumfrage im Projekt Besser E-Radkaufen (Link öffnet ein pdf)

ILS Studie zur Aktzeptanz von Elektrofahrrädern

Bei dieser Online Umfrage wurden 2500 Menschen befragt, etwa ein Viertel davon war in Besitz eines E-Rads der Rest nicht. Anders als bei den anderen beiden Umfragen, kann man hier also auch Unterschiede zwischen Nutzer_innen und nicht-Nutzer_innen erkennen. Die Befragten werden zu Bereichen wie: Wofür eignen sich E-Räder gut oder weniger gut? Welche Hemmnisse sind entscheidend? Wie schätzen sie E-Räder hisichtlich bestimmter Eigenschaften ein?

Interessant ist, dass regelmäßige Fahrradnutzerinnen und -nutzer eine sehr negative Einstellung zu e-Rädern hatten. Das Ausprobieren von E-Rädern wirkt sich dagegen sehr positiv auf die Bewertung der selben aus- wer schon mal drauf saß dem gefällt es in der Regel auch. Das Pedelec-Grinsen bestätigt sich auch hier.

Weiter gibt die Studie noch differenzierte Einschätzungen zu wichtigen Handlungsfeldern wenn es um die Föderungen von (E)-Fahrradverkehr geht. Auch bezüglich der Verlagerungspotentiale weg vom Auto finden sich umfangreiche Expert_inneneinschätzungen und Umfrageergebnisse.

Mehr dazu hier:

Link zur Seite mit der Auswertung

Mini-Fazit

Die drei Studien sind sehr unterschiedlich aufgebaut, aber sie liefern eine Reihe von Hinweisen

  • Pedelecs sind auch für Fahrten im Berufsalltag breit anwendbar, die Entwicklung in diesem Bereich bedarf allerdings aktiver Förderung seitens Arbeitgbeber_innen und Kommunen
  • sie erhöhen die Reichweite gegenüber dem Fahrrad im Alltag deutlich
  • sie ersetzen sehr häufig Pkw Fahrten, Vielradler_innen haben dagegen die größten Abneigungen gegenüber E-Rädern

Ein laufendes Projekt, das die Nutzung von E-Rädern ausgewählter Testerinnen und Tester genau misst ist Pedelection – mehr dazu hier.

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E-Bikes in der Forschung: Empirie
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2 Antworten auf E-Bikes in der Forschung: Empirie

  1. qualm sagt:

    Go on! Auch Vielradfahrerin schaut durchaus neidisch den Pedelec
    FahrerInnen hinterher!

  2. Hallo,

    auf jeden Fall eine interessante Zusammenstellung mit viel Wissenswertem zum Thema. Wir veranstalten momentan bei uns eine Blogparade (http://gothaer2know.de/blogparade-mobilitaet/) und freuen uns über Beiträge zum Thema “Zukünftige Mobilität”. Vielleicht besteht ja Zeit & Lust aus der Perspektive eines Elektrofahrrad-Fan etwas zu schreiben?!

    Beste Grüße
    Klemens

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