Eurobike Erlebnisbericht

Uiuiui „meine erste Eurobike“. Ich bin beeindruckt unter Anderem daher kommt es dass andere schreiben und ich mir die Füße die letzten Tage wund gelaufen habe.

Drum herum

Die Eurobike ist nach meinem Eindruck ganz gut dokumentiert, da kann ich mir den Aussetzer locker leisten und was über den Zeltplatz und den Parkplatz schreiben. Beide sind voll wie man hier sehen kann:

Parkplatz vor der Messe
...der Parkplatz: Ende einer Leidenszeit

Doch während man am Zeltplatz prima schlafen kann, abends in der Vereinskneipe des legendären SC Friedrichshafen ein frisches Bier bekommt (sowie morgens ein üppiges Frühstücksbuffet…), ist der Parkplatz als Lebensraum weniger ergiebig. Vielmehr endet hier die tägliche Odyssee, die viele Messebesucher hinter sich bringen müssen: Aus den Hotels der umliegenden Städte durch den beinahe zum Stillstand kommenden Zufahrtsverkehr geht es im Schneckentempo ans Ziel. In diesem Falle war ich mal wieder sehr froh mit dem e-Rad anreisen zu können.

Vereinsgelände wird Campingplatz...

Die Awards

Auf der Eurobike werden eine Reihe Awards für besonders hochwertige, innovative Produkte in unterschiedlichen Kategorien vergeben – hier gibt es eine Übersicht über die Preisträger. Einen Artikel zum Thema steht auf dem Blog der Radspannerei, hier.

Ich will hier nur eins herausheben: Das Flyer Cargo, das den Preis in der Kategorie e-Räder gewonnen. Begründung:

„FLYER Cargo – nachhaltiger Transport Das universelle Arbeitstier steht für fast jede Herausforderung in Alltag und Freizeit zur Verfügung. Die vielfältigen Beladungsmöglichkeiten erlauben den Grosseinkauf am Markt, den Sonntagsausflug mit Picknick Korb für die ganze Familie oder den Einsatz als Dienstfahrzeug für Handwerker. […].“

Diese Preisverleihung hat mich sehr gefreut, erstens weil Lastenräder wie ich es immer wieder geschrieben habe m.E. eine der geeignetsten Anwendungen für e-Räder und zweitens hat mir das Cargo schon beim Test bei ExtraEnergy im April von allen Rädern am besten gefallen. Ein besonderes Feature ist die stufenlose Nuvinci Schaltung.

Apropos Nuvinci

Die haben noch einmal nach gelegt, die Harmony ist nicht nur stufenlos, sondern sie lässt sich auf eine feste Trittfrequenz einstellen. Tritt man fester erhöht sich synchron dazu der Pedal-Widerstand und die Übersetzung wird größer. Das Fahrgefühl ist ziemlich abgefahren, aber es hat mir sehr gut gefallen. Einen weitere Neuheit, die ebenfalls einen Award erhalten hat ist die Automatik-Schaltung des Herstellers JD für e-Räder mit TranzX-Motor (hier gibts Infos dazu). Sie schaltet eine 8-Gang Nexus automatisch. Motor und Fahrer_in fahren so immer in einem effizienten Drehzal-Level….

Auch diese Schaltung fährt sich gut, allerdings bin ich gespannt, wie gut die elektrische Steuerung mit der Schaltung harmoniert, denn das Automatik System wurde ja quasi „aufgesattelt“. Der Vorteil dabei ist allerdings, dass die Nexus Schaltung sich bei den meisten Radhändlern leichter warten lässt als die High-Tech Schaltung von Nu Vinci…

Und ein paar Bilder…

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(e)-Radtermine und Radtouren durch Berlin – Beliner Fahrradschau

Noch reden alle von der EuroBike wenn es um Fahrrad-Veranstaltungen geht.  Aber es gibt in Deutschland noch eine Reihe anderer Messen und Events rund ums Rad, zum Beispiel die Velo Konzept Veranstaltungen im nächsten Frühjahr. Eine weitere Veranstaltung, die man sich schon jetzt in den Kalender eintragen kann ist die Berliner Fahrradschau. Die Sache steigt zwar erst am 3. und 4. März in Berlin, aber schon jetzt ist eine nette Internetseite online. Es wird auch um e-Räder gehen, so viel ist sicher.

Und noch was: Radtouren durch Berlin

Neben der Internetseite versorgt die Fahrradschau Berliner und alle, die Berlin besuchen und „er-radeln“ wollen mit einer Serie von schön dokumentierten Radtouren… die erste führt durch Kreuzberg, Friedrichshain und den Treptower Park. Mit Bademöglichkeiten, Essen und Ausgeh Locations. Sicher keine physische Überforderung aber sehenswert alle Mal…

Tour Nummer 1

Interessant verspricht auch die *ADFC Kieztour für Neuberliner 2011* am 28.8 (!) zu werden
Die Idee ist es, Berliner Bezirke per Rad zu entdecken:

Gezeigt werden die Abkürzungen und schönsten Umfahrungen verkehrsreicher
Strecken für Radfahrer, damit Neuberliner und Radanfängern ihre Ärzte,
Ämter und Einkaufsmärkte morgen schnell und sicher per Rad anfahren
können. Ferner werden günstige Wege mit dem Rad zu Ausflugszielen gezeigt.

Die familienfreundlichen Radtouren führen zu Orten, die versteckt,
skurril, historisch oder einfach „ein Muss“ sind und jeder kann erneut
erleben, dass Radfahren Spaß macht, die Gesundheit fördert und man dabei
ganz einfach einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz in der Stadt leistet.

Von den Rathäusern der Bezirke aus wird in gemütlichem Tempo ca. 20 km
hauptsächlich auf Nebenrouten geradelt. Die Teilnahme an der Radtour ist
kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

*Startpunkte am 28.08.2011 ab 14:00 Uhr*
– City-West: Rathaus Charlottenburg, Otto-Suhr-Allee 100
– Lichtenberg: Rathaus Lichtenberg, Möllendorfstr.6
– Mitte: Rathaus Tiergarten, Mathilde-Jakob-Platz 1
– Neukölln: Rathaus Neukölln, Karl-Marx Str.83,
– Reinickendorf: U-Bhf Rathaus Reinickendorf,
– Steglitz-Zehlendorf: Rathaus Steglitz, vor Dahlbeck
– Wuhletal: Rathaus Marzahn-Hellersdorf, Alice-Salomon-Platz 3

Links

Fahrradschau www.berlinerfahrradschau.de

Zu den Kieztouren: www.kieztouren.radundtouren.de

 

Bericht von der Bike Expo 2011

Lange habe ich hin und her überlegt, ob sich die Reise nach München lohnt, jetzt kann ich sagen: Ja. Die BikeExpo, die kleinere der beiden Herbstmessen der Fahrradbranche war die Reise wert.

Besonders der Freitag war sehr ruhig und man konnte plaudern und sich alles in Ruhe anschauen. Sogar am heutigen Publikumstag (Samstag) war es nicht zu voll. Einiges war dabei im Bereich E-Räder los. Sie waren überall und man hätte die Messe gut BikeElektro statt BikeExpo nennen können. Mitten drin der Parcours von ExtraEnergy bei dem auch die Testräder vom April mit den Ergebnissen ausgestellt waren (sie hängen in der Mitte des Parcours wie man im Video erahnen kann). Als Testfahrer fand ich das besonders interessant.

Viel neues gab es zu sehen, besonders bei den Akkus und Motoren.

Die Akkus

Sie werden immer leistungsstärker, das heißt man kann mit gleich großen Akkus weiter fahren. Besonders auffällig ist das beim Impulse Antrieb von Kalkhoff, mit 15Ah bei 36Volt liefern die Akkus volle 540 Wattstunden und das mit dem Gehäuse des alten Akkus. Ob das auch sicher ist, wird derzeit im BATSO-Test untersucht. Denn letztlich bedeutet mehr Kapazität bei gleichem Volumen immer mehr Potential für Hitzeentwicklung, die dann unter Umständen zu Explosionen oder Bränden führen kann.

Reichweite bald kein Thema mehr?

Ähnlich viel Kapazität haben mittlerweile auch die Akkus des Panasonic-Antriebs, sie sind aber um einiges schwerer und voluminöser. Es scheint, dass damit das Problem „Reichweite“ langsam der Vergangenheit angehört- Kapazitäten um 500Wh bedeuten, dass Reichweiten über 100km keine Seltenheit mehr sein werden. In Zukunft wird die Frage eher sein: Wie viel Reichweite brauche ich? Denn zu große Akkus sind schwer und teuer – da kann weniger schon mal mehr sein.

Problem Lebensdauer

Unzufrieden sind einige Experten dagegen mit der Lebensdauer der Akkus. Hannes Neupert von ExtraEnergy wies in einem Vortrag darauf hin, dass Toyota für LKW Lithium Akkus baut und darauf 15 Jahre Garantie gibt. Statt der 4-5 Jahre seien auch im E-Rad Bereich 8 Jahre gut machbar. „Aber das Geschäft mit dem Verkauf von Ersatzakkus ist für die Hersteller zu attraktiv, es ist ökonomisch ideal für Hersteller, wenn Akkus bald nach Ende der Garantie kaputt gehen“. Ein klassischer Fehlanreiz also, Marktversagen nennt man das in der Volkswirtschaftslehre.

Um dem Problem bei zu kommen, schlug Neupert vor, Akkus sollen nur noch als Leihware abgenommen werden – der Vorteil wäre dann, dass der Hersteller großes Interesse hat, dass die Akkus lange halten. So oder so, bei der Lebensdauer ist noch viel Luft nach oben. Und sie sollte genutzt werden, denn wie im Hafen bereits dargestellt, sollte mit Lithium sparsam umgegangen werden.

 

Akkus, Rohstoffe und soziale Gerechtigkeit

Heute nun der zweite Teil der „Akku Berichte“. Neben der Frage des Recyclings, die ich letztes mal beleuchtet habe, sind die zentralen Fragen: Woher  kommt das Lithium, unter welchen Bedingungen wird es abgebaut und wer profitiert von der Produktion der Akkus? Das möchte ich im Folgenden etwas näher beleuchten.

Lithium-Vorkommen

Lithium ist derzeit nicht knapp, es kommt vor allem in Verbindung mit Salzablagerungen vor, bspw. in Argentinien, Chile, China, USA oder Bolivien, wo anscheinend die größten Lagerstätten sind: Geschätzt 5,5 Millionen Tonnen liegen in 3600m Höhe unter dem 9000 Quadratkilometer großen Uyuni-Salzsee (Lithiumsalze befinden sich sehr häufig in Salzseen).

Lithium in Parafinöl, Foto: Tomihahndorf

Abbau

Der Abbau von Lithium aus den trockenen Salzseen wird entweder mit Hacken oder Baggern gemacht – das ist zwar mühsam geht aber verglichen mit anderen Rohstoffen relativ problemlos und ohne katastrophale Folgen für die Umwelt. Die Verarbeitung ist allerdings nicht einfach, denn Lithium reagiert heftig mit Sauerstoff, es kann leicht entflammen. Beim Abbau anderer Rohstoffe wie beispielsweise Kupfer wird häufig extrem viel Grundwasser mit Giften wie Arsen belastet, oft findet der Abbau auch unter katastrophalen Bedingungen in Gebieten indigener Bevölkerung statt. So scheint es beim Lithium nicht zu sein.

Eine interessante Bildstrecke zum Lithiumabbau findet sich hier.

Lithium auf dem Gebiet indigener Bevölkerung

Zumindest das bolivianische Lithium in Gebieten indigener Bevölkerung. Diese beginnen sich zu organisieren. Es  bleibt ab zu warten, ob die bolivianische Regierung es schafft, die Bevölkerung so an den Früchten des Abbaus zu beteiligen, dass diese selbigem zustimmt. Gegen den Willen der Indios wird der Abbau kaum möglich sein.

Globale Gerechtigkeit

Was die soziale Komponente auf globaler Ebene betrifft, ist meines Erachtens eine sinnvolle Forderung, dass die Länder aus denen der Rohstoff kommt, auch den wesentlichen Teil der Wertschöpfung in ihren Ländern haben. Sonst ist man schnell beim klassischen Kolonialen System: Rohstoffe zu billig Preisen oder umsonst aus dem globalen Süden abtransportieren und die Produktion der Waren in den Industrieländern zu konzentrieren. Dort, wo dann auch das Geld verdient wird. Für die Verarbeitung des Rohstoffes und den Bau von Batteriefabriken werden allerdings erhebliche Investitionen nötig sein.

Über Bolivien berichtet das Greenpeace Magazin 5/2009:

In Río Grande am Rand des Uyuni-Salzsees wird derzeit für sechs Millionen US-Dollar eine kleine Pilotanlage gebaut, um den Abbau von Lithium auszuprobieren. Ein komplizierter Prozess. Das Alkalimetall kommt nicht ungebunden vor, führt bei Hautkontakt zu schweren Verätzungen und oxidiert an der Luft und im Wasser sofort. Dennoch hat die Regierung in La Paz ehrgeizige Pläne: „Wir wollen über die reine Rohstoffproduktion hinauskommen zur industriellen Produktion, sei es in der Pharmaindustrie oder bei Batterien“, sagt Beltrán (Generaldirektor im Ministerium für Bergbau, Anm. Admin)

Wettkampf um Produktion

Eine weitere Pilotanlage zur Produktion von Li-Ion Akkus ist gerade in Ulm eröffnet worden, mit Förderung des Forschungsministeriums: „Leistungsfähige und bezahlbare Batterien sind eine zentrale Voraussetzung für alltagstaugliche Elektrofahrzeuge“, so Ministerin Annette Schavan, Bericht hier (ebenfalls aus dem Greenpeace Magazin).

Der globale Kampf um die Wertschöpfung im Bereich der E-Mobiliät ist also auch hier schon im Gange. Man wird sehen, wie sich die ökonomischen Prozesse um Lithiumabbau und Akkuproduktion weiter entwickeln.

Fazit

Es muss verhindert werden, dass sich quasi neo-koloniale Strukturen bei der Lithium Gewinnung und Verarbeitung aufbauen, denn das würde Elektrofahrrädern einen erheblichen Teil ihrer „politischen Unbedenklichkeit“ nehmen. Nicht nur Regierungen sondern auch Branche und Verbraucher sind dabei in der Verantwortung: Die Herkunft und Produktionsbedingungen von Lithium-Akkus muss transparent sein und angemessenen Standards genügen. Zudem sollten die Förderländer ordentlich vom Abbau profitieren und die Rohstoffe zur Abwechslung auch mal selbst nutzen, bspw. um in Buenos Aires E-Rad statt Mercedes mit Öl aus Venezuela zu fahren.

Zu guter Letzt: Lithium und Knappheit

Der Rohstoff Lithium mag noch nicht knapp sein, aber die aufwendige Verarbeitung und die ökologischen und sozialen Konflikte die sich beim Abbau bereits jetzt andeuten zeigen ganz deutlich:

Mit Lithium muss sparsam umgegangen werden, es ist ganz sicher nicht vernünftig es für tonnenschwere E-Autos zu ver(sch)wenden. E-Autos, die aussehen wie normale Pkw haben sowie so keine sinnvolle Perspektive wie ich hier schon ein mal begründet habe.

p.s: für weitere Infos und Artikel zum Lithium Abbau bin ich sehr dankbar, nutzt einfach die Kommentar-Funktion für Hinweise

 

Solarer-Selbstversuch: e-Rad Hafen goes Outdoor!

Der Käpt’n im e-Rad Hafen (also ich) ist sehr gerne draußen unterwegs. So auch in diesen Sommer. Da ich mich jetzt aber ungern für die nächsten zwei Monate nicht mehr im e-Rad Hafen blicken lassen würde, habe ich überlegt, wie man einen Blog auch autark betreiben kann. Wäre ja schick, in einem Selbstversuch eine Internetseite abseits vom normalen Stromnetz zu betreiben.

Idee und „Problemstellung“

Zuletzt schrieb ich ja schon über Solaranhänger und e-Räder in der Sahara. So ein Anhänger schien mir für meine Idee natürlich etwas groß, aber es könnte ja auch kleiner gehen. Nach einer Weile Recherche bin ich auf roll- und faltbare CIGS Solarzellen gestoßen. Die wiegen fast nichts, lassen sich ganz kompakt zusammenpacken und gehen scheinbar auch nicht so leicht kaputt. Mit Laptop, UMTS-Modem/Telefon,  einer brauchbaren Solarzelle und einem Pufferspeicher für den Solarstrom sollte also bloggen von verschiedensten Orten aus gehen.

Beratung

Die Idee fand ich gut, nun brauchte ich aber noch etwas Beratung, welche Produkte sich für das, was ich mache besonders eignen. Denn ohne praktische Erfahrung ist es schwer einzuschätzen, welche Solarzellengröße bei mitteleuropäischen Licht-Verhältnissen in etwa für ein kleines Notebook ausreicht.

Also fragte ich mal bei einem Solarzellenhändler an, um von meiner Idee zu erzählen. Die beste Beratung bekam ich vom Solarbag-Shop, wo es reihenweise interessante Solarprodukte gibt, mal rein schauen ist alle mal interessant. Mir wurde geraten, keine zu große Zelle zu nutzen, auch der Solarakku müsste gar nicht so groß sein… zusätzlich hat der Solarbag-Shop meine Idee mit Vorzugspreisen unterstützt. Dafür vielen Dank!

So sieht es aus

Seit zwei Tagen ist der e-Rad Hafen nun also um eine Attraktion reicher, nämlich ein mobiles Nano-Kraftwerk bestehend aus:

  • einer faltbaren CIGS Solarzelle von Sunload mit 12Wp Leistung (das heißt bei voller Sonneneinstrahlung leistet die Zelle 12 Watt), die Zelle ist genau so groß, dass man sie auch auf einem Wanderrucksack befestigen und betreiben kann
  • einem Powergorilla-Akkupack, das 100 Wattstunden (Wh) Strom speichern kann (warum Wh die richtige Größe für Akkukapazitäten ist, steht hier)
Das Sunload 12Wp Modul an einer Fensterbank, Foto: e-Rad Hafen
Mein Powergorilla beim Laden :-), Foto: e-Rad Hafen

Mein kleines Notebook hat einen Spitzenverbrauch von 60W, liegt aber im Schnitt deutlich drunter. Mit dem integrierten 75Wh Akku kann ich jedenfalls etwa 6 Stunden arbeiten. Bei vollem Powergorilla sollten also 8 Stunden möglich sein, selbst bei voller Sonnenstrahlung wird es aber auch mindestens so lange dauern, den Powergorilla zu laden. Aber wer will schon 8 Stunden am Tag arbeiten, wenn man draußen ist…

Wie es aussehen wird

In den nächsten zwei Monaten werde ich unterwegs versuchen nur mit dem Strom aus dem Solarpanel zu arbeiten. Meinen Blog werde ich wie gewohnt weiter machen und nebenbei über den Erfolg meines Projekts berichten. Wenn es klappt damit vernünftig zu arbeiten, hoffe ich damit ein bisschen Motivation zu geben über kleine dezentrale Energieversorgungs-Lösungen nach zu denken

Weitere Infos

und mal völlig abseits vom Thema….

Was ist auf dem Bild zu sehen? Und hat das was mit den anderen beiden Fotos oben zu tun?

Was ist das? Foto: e-Rad Hafen

 

 

 

 

Vortrag zu E-Rädern beim CCC Kongress

Was sagen eigentlich Computer Freaks zu E-Rädern? Eine Menge. Und nicht nur das, sie basteln sich auch welche… wie dieser Vortrag vom Chaos Communication Congress des CCC im Dezember 2010 Berliner „bcc“ zeigt (ja, das „bcc“, da wo auch das Atomforum sich getroffen hat).

Das Thema Nachrüsten ist hier im e-Rad Hafen bisher nicht so gut beleuchtet worden, auch deshalb passt der Vortrag von Gismo und Betty hier bestens rein. Denn er erläutert eine Menge technischer Details zum Nachrüsten (Motoren und Sensoren) aber auch zu den Stärken und Möglichkeiten von Elektroantrieben in unterschiedlichsten Rädern…

Hier geht’s zum Video des Vortrags!

Weitere Links:

Elektronenrad, das Projekt von Gismo, Betty und Co

Webseite des Chaos Computer Club – CCC

Challenge Bibendum Tag 2

Schon beim Ankommen habe ich mich heute mal wieder über eine Anwendung von e-Rädern gefreut, die nicht so bekannt ist: Velotaxis mit Elektroantrieb (siehe Bilder in de Galerie unten), die auf der Challenge Bibendum als kostenlose Shuttle zur  Verfügung standen. Ausgestattet mit einem Vorderradantrieb, der vor allem beim Anfahren und am Berg hilft, wie mir die Fahrer erklärten. Da die Räder ohne Insassen bereits deutlich über 100kg wiegen, sei es ohne Motor wirklich anstrengend zu fahren. Durch das Dach sind Insassen relativ Regen geschützt, wenn der Wind stärker wird müsste allerdings an den Seiten noch etwas mehr Schutz hin. Die Räder fahren in etwa 20 km/h, je nach Einstellung hört dann der Motor auf. Mit einer Akkuladung könne man ca. 40km fahren, erzählten die Taxistas weiter. Neben den e-Taxis gab es dann auch noch dasselbe Rad mit einer mobilen Suppenküche von bester Qualität darauf, hier Infos dazu.

Konkurrenz fürs Twike?

Drinnen angekommen habe ich mir das SAM von elemo mal genauer angeschaut. Preismäßig landet es bei ähnlich viel wie ein Twike, ist aber etwas geräumiger und vom Design ein bisschen verspielter (geradezu Spielzeug ähnlich). Hinten kann eine Person bequem sitzen, ich habe es probiert. Das SAM fährt auch 95km/h, ist also diesbezüglich eher ein Auto, auch das Gewicht ist mit 500kg geht in diese Richtung. Was den Verbrauch betrifft, kommt es auf etwa 8kWh pro 100km und eine Nennleistung von 12kW, die Akkus haben eine Kapazität von 7kWh. Das ist schon gut acht mal so viel Verbrauch wie bei einem Elektrofahrrad und mit dem mittleren Strommix in Deutschland landet man bei Emissionen von ungefähr 40g pro Kilometer. Bei so hohem Stromverbrauch ist es dann ganz entscheidend, zusätzlichen Ökostrom zu verwenden. Sonst ist die CO2 Ersparnis gegenüber normalen Autos meiner Meinung nach zu gering (unter 100g pro Kilometer ist ja keine Seltenheit mehr).

Hase Klimax

Richtig Spass hatte ich dann mit einem schnellen Elektrotrike von Hase. Mit einem kräftigen Vorderradantrieb und Regelung über einen Drehgriff braucht man zwar ein Versicherungskennzeichen, das Teil fährt sich allerdings auch wirklich großartig rasant (aber auch die reguläre 25km/h Version ist super). Interessant am Klimax ist, dass es für Menschen mit Rücken-Problemem sehr gut geeignet ist, da man sehr bequem sitzt. Das Treten nach vorne ist zudem Kräfte-mäßig ideal. Zusätzlich gibt es das Rad noch mit einem Regenschutz. Mal wieder ein Beweis, dass e-Räder sehr flexibel sind!

Solaranhänger

Darauf war ich schon die ganze Zeit gespannt, der Solaranhänger mit dem zwei e-Rad Freaks durch die Sahara geradelt sind, hier der Blog dazu. Ein Foto ist in der Galerie, ich werde dem Thema aber mal einen eigenen Eintrag widmen.

Hier die Bilder des Tages:

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Challenge Bibendum

Essen, Testfahrten und Neues über E-Autos… all das hier im Bericht.

Die Challenge Bibendum ist eine große Messe auf dem Gelände des Tempelhofer Flughafens, Thema ist, grob gesagt, Mobilität der Zukunft. Nachhaltige, individuelle Mobilität im Straßenverkehr, vor allem in Elektroautos. Auf der Webseite der Veranstaltung finden sich deshalb auch die Unterstützer: Stromkonzerne, Autohersteller, Ölkonzerne, Chemiebranche und nicht zuletzt der Ausrichter: Michelin. Also nicht unbedingt die Akteure die aus meiner Sicht für eine zukunftsweisende Mobilität stehen. Aber auch meine Bekannten und Freunde von ExtraEnergy, die ich seit den Testfahrten im April alle gut kenne waren da.Mitsamt den Dutzenden schönen E-Rädern (Pedelecs).

Gutes Essen

Nicht zu verachten ist es, wenn der Herausgeber von Europas wichtigstem Restaurant-Führer (Der Guide Michelin), somit war eines der ersten Dinge, die ich auf der Challenge Bibendum gemachte habe essen:

Michelin lädt zum Speisen
Michelin lädt zum Speisen, Foto: e-Rad Hafen

 

 

 

 

 

 

 

E-Autos in Europas Metropolen

Dass ich Elektroautos nicht für den Königsweg der nachhaltigen Mobilität halte, habe ich hier ja schon mal begründet. In vielen europäischen Metropolen werden E-Autos allerdings besonders hofiert: So berichtete Kulveer Ranger as London, dass in der englischem Hauptstadt E-Autos umsonst in die City Fahren dürfen, dass es 5000 Pfund Subvention beim Kauf eines E-Autos gibt und dass man dabei sei, die alten Londoner Taxis mit Elektroantrieb heraus zu bringen. Es wir auch versucht die Infrastruktur so auszubauen, dass jeder maximal 1 Meile von einer Ladestation entfernt wohnt, insgesamt gäbe es dann so viele Ladestationen wie Tankstellen in London. Die gesamte Strategie der Stadt soll unter dem Label SOURCE stehen- eine Webseite zum Thema soll in Kürze online gehen (hier ein Blogeintrag zum Thema).

Paris bastelt an Autolib ähnlich dem Velib für Fahrräder, im Umkreis von 50km um die Stadt wird es E-Autos für CarSharing geben. Die Fahrzeuge sollen 250km Reichweite haben. Eine Mitgliedschaft für etwa 12 Euro plus 5€ per 30min Nutzung wurde als Kostenrahmen angedacht.

Auch Berlin will  laut Laudatio von Klaus Wowereit bald 100.000  E-Autos haben.

Es gibt also schon massive Unterstützung von E-Auto Projekten in großen Städten, allein die Ladeinfrastruktur muss enorme Mengen an Geld kosten. Von ADAC, Autoherstellern, Energie- und Ölkonzerne, große Unternehmensberatungen (z.B. Roland Berger) und so weiter gibt allerdings auch eine Menge Finanziers und eine mächtige Lobby hinter solchen Projekten.

Und unter allen auch E-Räder

Alleine die Anwesenheit von ExtraEnergy mit all den Elektrorädern, schnellen, kleinen, Tandems etc. ist ein Beweis für meine These: E-Räder stoßen in Bereiche vor, in denen klassische Fahrräder einfach keine Rolle spielen. Und sie werden in diesen Bereichen auch von ganz anderen Menschen ernst genommen.

Das ist das, was ich mit dem Ergänzen und erweitern von Mobilität ohne Auto meine: E-Räder machen die Alternativen zum Pkw breiter anwendbar.

Grace und E-Spire

Zu guter Letzt konnte  ich den Tempelhofer Flughafen nicht verlassen ohne ein paar Runden zu drehen. Diesmal ein Haase Klimax- ein Trike mit Vorderrad-Nabenmotor, das sich gut fährt allerdings nicht so wahnsinnig stark unterstützt. Weiter hatte ich das große vergnügen das neue Grace zu fahren, ein E-Bike, dass ohne Treten per Handgriff gefahren wird, mehrere kW Spitzenleistung bringt und mit einem mächtigen Hinterradmotor ausgestattet ist (siehe Foto). Ähnlich powervoll aber mit einem Getriebe-Mittelmotor ausgestattet- deshalb  etwas lauter, mit weniger Drehmoment aber mit besserem Energieverbrauch das ESPIRE

Das auch nur bei Pedaltritt unterstützt. Beide Bikes fahren sich bis gut 40km/h und machen demnach schon einen echten Geschwindigkeitsrausch. Mit ca. 4000e sind auch beide nicht billig.  Last but not least bin ich noch eine Michelin e-Klapprad gefahren. Mit Frontmotor. Typ „Zur Mitnahme“ in Auto oder Wohnmobil, in etwas wie das „Rumstromer“, fuhr sich ganz angenehm, wenn auch eher verhalten. Auch davon ein Bild unten.

Michelin e-Klapprad, Foto: e-Rad Hafen
Haase Climax, Foto: e-Rad Hafen
Das neue Grace, Foto: e-Rad Hafen