eMTB von Fischer im e-Rad Hafen Langzeittest

Das Interesse an „günstigen“ eBikes ist groß. Kein Wunder: Nicht jede*r, der mit Unterstützung radeln will, kann oder will über 2000 Euro für ein Fahrrad investieren. Das muss auch nicht sein, denn in der Preisklasse bis 1400 Euro werden bereits eine Menge Produkte angeboten (mehr dazu hier). Oft sind die eBikes in dieser Preisklasse erstaunlich gut ausgestattet und locken dazu noch mit solidem Kundensupport.

Doch wie macht sich so ein „günstiges“ eBike im Dauereinsatz und erfüllen sich die Service Versprechen? Das sind die Leitfragen des e-Rad Hafen Langzeittests mit dem Fischer eMTB EM 1614, das heute morgen bei mir angeliefert wurde.

Für die nächsten Monate werde ich es ausführlich testen und hier im Blog einen laufenden Bericht einstellen.

2016/6 Upadte zum Test der Stiftung Warentest

Im aktuellen Tiefeinsteiger Test der Stiftung Warentest wurde auch das Fischer E-Bike ECU 1603 getestet – die Sattelstütze brach und das führte zur Abwertung auf „mangelhaft“. Der Test wurde erneut in Kooperation mit dem ADAC durchgeführt. Mittlerweile hat Fischer reagiert und einen Gegentest beim Prüflabor Velotech in Auftrag gegeben. Bei allen Tests hielt die Sattelstütze und der Mangel konnte nicht reproduziert werden – mehr Details in dieser Stellgunnahme. Andere Hersteller, deren Produkte mit „mangelhaft“ bewertet wurden, kommen zu ähnlichen Ergebnissen, etwa Kreidler. Damit kommen erneut Zweifel an den Testmethoden der Stiftung Warentest auf – 2013 habe ich dazu bereits mehrfach berichtet – zum damaligen Ergebniss und Stellungnahmen und zur Glaubwürdigkeit des Test.

Erste Eindrücke

Das EM 1614 wird mit eingestelltem Lenker in einem voluminösen, trapezförmigen Karton geliefert (siehe Fotos). Der mit 504 Wattstunden beachtlich große Phylion-Akku des 48 Volt Heckantrieb-Systems ist ebenfalls voll geladen (hier mehr zu Akkugrößen) – braucht wenn er leer ist aber auch 5 Stunden zum aufladen, das Ladegerät lädt nur mit 2 Ampere (mehr zur Berechnung der Ladezeit hier). Dafür ist es leicht.

In der mit gelieferten Box sind Batteriebeleuchtung, Werkzeug und eine ausführliche Anleitung enthalten. Man könnte meinen, es kann sofort losgehen. Das stimmt aber nicht ganz – denn zunächst die Erstkonfiguration des Systems erledigt werden (Seite 26 der Anleitung), dabei wird die Radgröße und Systemspannung eingestellt (36 oder 48 Volt). Ohne diese Einstellung stimmt weder die Akkuanzeige, noch die Geschwindigkeit und damit das Abregeln des Motors. Das hat mich einen Anruf bei der freundlichen Service Hotline gekostet, nachdem auf der ersten Fahrt der Motor immer zu früh abgeregelt hatte und die Akkuanzeige bis zum Motorausfall einen vollen Akku angezeigt hat.

Fahreingeschaften

Auf den ersten Metern macht der Antrieb einen guten Eindruck. Der Motor wird nicht per Kraftsensor gesteuert, wie es bei teuren Modellen üblich ist, sondern mittels eines einfacheren Bewegungssensors. Dennoch ist die Verzögerung beim Anlaufen und Unterbrechen des Schubs recht kurz (mehr zu Sensorik hier). Das macht sofort Lust auf mehr…

Fischer eMTB Stand s
Scheibenbremsen, arretierbare Federgabel und ein lautloser Motor. Foto: e-Rad Hafen

…Und nach der ersten Tour bestätigt sich der Eindruck, der Motor ist extrem leise und reagiert relativ schnell. Allerdings ist due Unterstüzung sehr monotn und reagiert nicht auf das eigene Fahrverhalten, bei Systemen mit Kraftsensoren ist das anders – braucht man mehr Schub, reicht ein fester Antritt auf den Pedalen und ls geht es. Das ist hier beim Fischer MTB nicht möglich, obwohl es gerade für den Moutainbikebereich beispielsweise bei steilen Anstiegen und schnellen Änderungen der Fahrsituation sehr relevant ist (Mit der Evo Serie legt Fischer nach, ein Fully mit Mittelmotor und Kraftsensor ist neuerdings erhältlich). Geht es dagegen länger konstant voran, ist die Unterstützung sehr angenehm und kraftvoll, bei längeren Anstiegen hoher Motor-Stufe und wenig eigener Trittleistung kann es passieren, das der Motor warm wird und die Motorleistung spärbar herunter regelt. Die Reichweite ist bei voller Unterstützung (Stufe 5) rund 50 Kilometer, das ist ordentlich.

Für ein MTB sitzt man durch den hohem Steuersatz und dem kurzen Oberrohr angenehm aufrecht. Das ist bequem, passt aber an sich nicht so gut zum sportlichen Design des Rads. Die Scheibenbremsen verzögern ordentlich, wenn auch deutlich weniger bissig als die Konkurenz von Magura oder Shimano.

Kein unbekanntes eBike

Das Fischer eMTB hat bereits ein paar erfolgreiche Tests hinter sich, so wurde es in der Zeitschrift ElektroRad und beim ExtraEnergy Test mit gut bewertet – hier Text dazu.

Das EM 1614 wurd von ExtraEnergy und ElektrRad mit "gut" bewertet. Foto: e-Rad Hafen
Das EM 1614 wurd von ExtraEnergy und ElektrRad mit „gut“ bewertet. Foto: e-Rad Hafen

Solche Testergebnisse sind natürlich außergewöhnlich für ein Rad in dieser Preisklasse. Trotzdem werden Räder bei solchen Tests nur relativ wenig und über einen kurzen Zeitraum gefahren. Ich bin gespannt, wie das EM 1614 sich in den nächsten Wochen macht und werde hier weiter berichten.

Ich freue mich auch über Fragen und Kommentare! Eine informative Diskussion zum EM 1614 ist auch im Pedelec-Forum zu lesen.

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15 comments

  1. Hallo, habe das Bike im April 2016 erworben und bis jetzt ca. 1200 km damit zurückgelegt und bin sehr zufrieden. Strecke ca. 80 Prozent Asphalt/ Radwege, 20 Prozent offroad.
    Defekte: Direkt am Anfang eine Undichtigkeite der Hydraulikbremse am Hinterrad. Diese wurde nach vier Wochen vom Vorortservice komplett gegen eine neue getauscht, natürlich kostenlos. Das Ersatzteil war bei Fischer nicht vorrätig und mußte erst aus Übersehen besorgt werden. Der Service vor Ort war sehr kompetent und freundlich.
    Nach ca. 800 km tauchte ein Klapper- bzw. Knackgeräusch auf, wenn das Bike „warm“ gefahren“ war, so nach 2 bis 3 Kilometern. Wo diese Geräusche herkommen, ließ sich nicht genau lokalisieren. Zufällig traf ich in einem Forum auf einen User, der das gleiche Problem hatte. Dieser riet alle beweglichen Teile (Bereiche Tretkurbel und Achse des Heckmotors) mit Sprüh- sprich Schmiermiel zu behandeln. Ich habe den Rat befolgt und seit dem ist das Geräusch nicht wieder aufgetaucht. Fischer soll das Problem bekannt sein, kann jedoch die Ursache angeblich nicht nachvollziehen.
    Betrieb: Gute Abstufung der einzelnen Unterstützungsstufen (fahre fünf Abstufungen, welche per einfacher Programmierung erweitert und jeweils einzeln eingestellt werden können. Der Motor geht äußerst kraftvoll zu Werke. In der höchsten Stufe bin ich immer wieder von dem phänomenal guten Vorschub begeistert. Die Elektronik regelt bei ca. 26 kmh ab und setzt dann bei ca. 24 kmh wieder ein. Das Abriegeln setzt deutlich merkbar ein, fast wie ein leichtes Abbremsen. Das Fahrgefühl ist insgesamt gut, die Steifigkeit des Rahmens mit Gepäck und im Gelände könnte besser sein vermittelt jedoch kein Gefühl der Unsicherheit. Die Suntourgabel spricht auf Asphalt und im Gelände sauber an und ist auf längeren glatten Touren bockierbar. Die Schaltung arbeitet sauber und exakt. Die Bremsen sind gut dosierbar und packen kräftig zu.
    Beim Anfahren spricht der Motor verzögert an. Kann schon mal zu einem kleinen Kraftakt führen, wenn man z.B. an Ampeln nicht rechtzeitig runtergeschaltet hat, egal bei welcher Unterstützungsstufe. Fährt man vorausschauend, ist das Anfahren toll und man kommt sehr schnell aus dem Stand auf Geschwindigkeit, der Vorschub des Motors ist einfach phänamonal.
    Die breite Bereifung liegt satt auf der Straße und vermittelt auch im Gelände ein sicheres Fahrgefühl.
    Manko ist das Anfahren aus dem Stand an steilen Steigungen, da die Unterstützung verzögert einsetzt und das Bike mit knapp über 20 kg wie alle e-bikes recht schwer ist.
    Die Schiebehilfe ist recht schwach und am Berg kaum eine wirkliche Hilfe, wenn man mal aus dem Sattel muss.
    Reichweite: Je nach Strecke, Gelände, Gepäck, Gewicht des Fahrers, gewählter Unterstützung zwischen 30 und 100 Kilometer. Habe in leicht hügeligen Gelände mit ca. 10 kg Gepäck und einem Eigengewicht von ca. 65 kg und Dauerunterstüng zwischen 1 und 3 schon locker 80 km zurückgelegt und hatte noch ca. 30 Prozent Ladung im Akku.
    Insgesamt für den Preis von ca. 1200 Euro ein tolles e-bike das viel Spaß macht und das ich voll empfehlen kann.
    Um es Stvo- und reisetauglich auszustatten, sollte man für eine gute Lichtanlage, guten Sattel, ergomische Lenkergriffe, Gepäckträger, wasserdichte Satteltaschen usw. noch ca. 200,– Euro einplanen. Wegen fehlender Bohrungen am Rahmen kam nach längerer Suche nur der nicht ganz preiswerte Thule Gepäckträger mit Seitenrahmen in Frage.
    Also, wer ein gutes, preiswertes MTB-Pedelec für den Alltag, längere Touren und Gelände sucht, kann mit dem bike als Alltagsradler nicht viel verkehrt machen. Meine Frau fährt das Sduro hardtail von Haibike mit Yamaha Mittelmotor, das doppelt so teuer ist. Sicher ein affengeiles Bike das optisch was her macht und qualitativ besser ist und mit hochwertigeren Komponenten ausgestattet ist. Ich weiß aber nicht, ob ich mit ihr tauschen würde.
    Hoffe, das der Kommentar eine kleine Hilfe für Euch war. Bis die Tage und gutes Radeln.

  2. Hallo,
    mein Freund hatte dieses Rad, aber nur Probleme damit. Der Service war auch nicht so gut wie man es erwarten könnte. Mitlerweile hat er es verkauft und ein Cube erworben. Ich bin trotzdem von dem Rad begeistert und ich erwäge es zu erwerben. Bitte schreib mal weiter, wieviel Kilometer bist Du bis jetzt gefahren und welche Erfahrungen bezüglich der Reparatur hast du gemacht????
    Wie st die Software u.s.w

    Danke
    Ralf

  3. jetzt wo ich m.d.EM1614 1woche unterwegs bin habe ich bezueglich d. motoransprechverzoegerung (~5s) festgestellt, dass dies wg.meiner verstellung d. „Anfahrstaerke“ v.initial SSP1 (100%) auf SSP4(70%) geaendert hatte. das zurueckstellen auf SSP1(100%) behebt dieses unangenehm empfundene verhalten. wer vorzugsweise auf der strasse & befestigten wegen unterwegs sein wird dem rate ich zum reifenwechsel. mein wechsel a.d. CONTI DOUBLE FIGHTER III laesst das rad`l ganz geschmeidig sehr leicht laufen!

  4. ich habe gestern das fischer em1614 bekommen. nach d.auspacken ist d.mitgelieferte emtb fahrbereit. lediglich die m.separaten AA/AAA-batterien betriebenen v/h-beleuchtung, d.v-/h-&speichenreflektoren, d.halter f.d.mitgelieferte spiralschloss(!) muessen noch montiert werden. jetzt noch d.schrauben pruefen – waren alle fest! schaltung , bremsen waren eingestellt. dann noch sattelhoehe einstellen, helm auf; kontroller einschalten einstellungen ueberpruefen und los geht`s. da d.magnetsensor am hinterrad zu weit vom betaetigungsmagnet entfernt ist, ist die geschwindigkeitsanzeige ab ~18km/h falsch. sensor dichter an den magneten und alles funktioniert. jedoch spuere ich erst `mal nix von e-motor-unterstuetzung! erst nach langen ~5sek. trampeln setzt die motorunterstuetzung sanft ansteigend ein und hoert sofort nach einstellen d.trampeln auf, um dann erst wieder nach der lange empfunden trampelzeit(-totzeit) wieder sanft ansteigend je nach unterstuetzungsstufe(1-5) einzusetzen – das koennte besser sein. ansonsten ist das rad sowiet bislang beurteilbar ok. wg.d.empfunden hohen rollwiderstandes werde ich dem von mir i.d.stadt zu nutzenden em1614 zwei preiswerte conti double fighter iii mit durchgaengiger feinlamellierter abrollflaeche verpassen. alle weiteren erfahrungen … spaeter!

  5. hallo wasilis, wie sind deine bisherigen erfahrungen z.b. hinsichtlich:
    etwaig nachlassender akkukapazitaet?
    wie ist die shimano deore (-xt?/-lx?)-schaltung positioniert das schaltwerk die kette reproduzierend exakt beim hoch UND runterschalten?
    wird die beleuchtung a.d.akku gespeist oder muss man separate batterie/akkus(?) einlagen?
    wie ist es m.d.dosierbarkeit d.bremsen und etwaigen (quietsch-)geraeuschen?
    wie lange dauert die vollladung des akkus?
    danke f.d.infos

    1. Hi Edu,
      bezüglich der Akku-Kapazität kann ich noch keinen Nachlass feststellen, das ist noch zu früh. Die Reichweite ist alledings in Ordnung, eine Radtour mit 50 Kilometern lässt sich bspw. gut machen, v.a. wenn man nicht die maximale Stufe wählt (und es nicht dauernd bergauf geht).
      Die Deore Schaltung ist gut positioniert und funktioniert einwandfrei (nur „Deore“ esetzt die alte „Deore LX“). Bremsen quietschen nicht, das kann sich bei Scheiben aber immer leicht ändern, also keine Gewähr für andere Modelle.
      Akku laden dauert ca. 6 Stunden wenn der Akku komplett leer ist.
      Viele Grüße
      Wasilis

  6. Sehr ausführlicher Beitrag, vielen Dank!

    Das Bike macht einen guten Eindruck, wenngleich es nicht in der höchsten Liga mitspielen kann, ist es aber für den Preis absolut empfehlenswert.

    Liebe Grüße,
    Anton

  7. Das Bike 1614 hat mich so gefesselt als ich es live gesehen habe, dass ich es mir gleich bestellt habe. Es sah live noch viel beeindruckender aus wie auf den Verkaufsseiten der mittlerweile vielen Anbieter. Ich selber hab es beim Saturn für 1111,- € gekauft und hab mir vorher viele Gedanken wegen den günstigen Angeboten gemacht. War sehr am zaudern, doch nach der Probefahrt war ich beeindruckt. Kann es kaum abwarten endlich loszulegen! Die Farbe und die Verarbeitung sah sehr vielversprechend aus. Mal schauen welches Zubehör noch in Frage kommt. Die inzwischen vorliegenden Tests, die Infos in verschiedenen Foren und Euer Bericht hier haben mir gutes Infomaterial in die Hand gegeben. So wusste ich dass es auf jedenfall das EM1614 wird (wegen dem stärkeren Akku)

  8. Aufschlussreicher Beitrag! Das E Bike macht einen guten Eindruck. Zwar kommt das Rad sicherlich nicht an die E-Bikes wie von Cubes beispielsweise heran, aber hier kommen Sparbewusste sicherlich auf ihre Kosten.

  9. Solange man nichts hat an dem Bike ist es scheinbar ganz gut im Preis/Leistungs/Verhältnis. Der Service bei einem Garantie Fall ist unterirdisch. Mein Fischer Bike gab nach exakt 4o Kilometer den Geist auf. Heckmotor war hinüber.
    Aktuell warte ich seit geschlagenen 8 Wochen auf Abhilfe. Da das Ersatzteil „Motor“ scheinbar mit dem Schiff aus China kommt, steht die Kiste nun in der Garage.
    Ein Tausch des Rades wird abgelehnt, da ich es über Plus. de gekauft habe.
    Mein Tipp an Euch: Finger weg von Fischer. Schaut Euch die Angebote von link quadrad an. Hier bekommt Ihr für 1700 € ein super Rad vom Fachhandel mit Bosch Mittelmotor und alles was das Herz begehrt.
    Billig Fischer ist und bleibt ein Reinfall.

    1. Gilt wohl genauso für den Service der von ihnen erwähnten Firma, wenn man sich diverse Bewertungen dazu ansieht!
      Allgemein gilt daher Direktversender kann beim Service ein Reinfall sein muß aber nicht.
      Wer das Risiko scheut, kauft lieber Vorort beim Händler und bezahlt den „Händlerzuschlag“ 😉

  10. Sehr sehr nettes MTB EBike! Gefällt mir äußerst gut, nicht nur vom Design, sondern auch von den 504 Wattstunden bin ich positiv überrascht. Ein näherer Blick winkt, so wie es aussieht! Danke für die kurze Vorstellung.

    1. Gerne, der Bericht wird noch ausgebaut! Bei Fragen gerne an mich wenden…

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